Facharzt für innere Medizin | alle Kassen und privat

Schilddrüsenknoten

Schilddrüsenuntersuchung

Jahrhundertelang war das Bild der Alpenbewohner geprägt von riesigen Kröpfen. Bereits aus der römischen Zeit sind Überlieferungen bekannt, die das vermehrte Auftreten von Schilddrüsenvergrößerungen in der Alpenregion beschreiben. Obwohl Kröpfe damals erfolgreich mit Hilfe von Algen, Meertangasche oder getrocknetem Meerschwamm behandelt wurden, gaben sie der Wissenschaft lange Zeit Rätsel auf.
Erst seit dem 19. Jahrhundert ist der Zusammenhang mit Jodmangel nachgewiesen. Da während der letzten Eiszeit Jod aus den Berggebieten ausgewaschen wurde, und aufgrund des jahrhundertelang betriebenen Ackerbaus sind sowohl alpine Böden als auch Pflanzen und Trinkwasser sehr jodarm. Einige Regionen sind besonders stark betroffen: In der Steiermark, damals bekannt als das "Land der Kropferten", hatte noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Hälfte der Einwohner einen Kropf. Auch heute findet man bei 25% der Normalbevölkerung bei Schilddrüsenuntersuchungen Kropfknoten. Die meisten müssen lediglich kontrolliert werden, nur selten ist eine weitere Abklärung oder Entfernung notwendig.

Wie sieht eine zeitgemäße Abklärung der Schilddrüse aus?

Die Abklärung der Schilddrüse besteht aus der Bestimmung der Schilddrüsenhormone (Blutabnahme) und einer Ultraschalluntersuchung. Dies ist in neun von zehn Fällen ausreichend, um die Schilddrüse vollständig abzuklären. Die Untersuchung wird vollständig in unserer Praxis durchgeführt (normale Kassenleistung).

Wann ist eine Szintigraphie erforderlich?

Bei der Szintigraphie wird eine schwach radioaktive Substanz (99m-Technetium) in eine Vene gespritzt. Anschließend wird die Verteilung dieser Substanz in der Schilddrüse gemessen. Sinnvoll ist diese Untersuchung nur, wenn bei der Ultraschalluntersuchung ein oder mehrere Knoten von mindestens 12 mm Durchmesser festgestellt wurden. Man sieht dann im Szintigramm, ob die Knoten eigenständig zuviel Schilddrüsenhormon produzieren ("heiße" Knoten), aus nicht funktionierenden Zellen bestehen, oder ihre Hormonproduktion dem des übrigen Schilddrüsengewebes entspricht ("warme Knoten").
Achtung: für die Basisdiagnostik der Schilddrüse ist die Szintigrafie überflüssig, dennoch wird sie in Österreich - auch ohne klare Indikation - viel zu häufig durchgeführt! Immerhin bewirkt die Szintigrafie eine Strahlenexposition in der Höhe einer einfachen Röntgenaufnahme (etwa 0,5 mSv).
Ein normaler basaler TSH-Wert und ein normaler Ultraschall schließen das Vorliegen einer SD-Erkrankung praktisch aus.



.