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OP-Tauglichkeit

OP-Tauglichkeit

Ob Sie für eine Operation "tauglich" sind (und welche Narkosemethode für Sie optimal ist) entscheidet allein Ihr Narkosearzt.
Komplikationen bei oder nach einer Operation sind allerdings meistens nicht durch die Narkose, sondern durch interne Vorerkrankungen bedingt.
Um diese zu erkennen, Ihr Risiko insgesamt möglichst klein zu halten, und vermeidbare Risiken auszuschalten, benötigen Sie vor einer Operation eine "präoperative interne Untersuchung" (auch Operationstauglichkeit genannt).
Meine Aufgabe als Internist ist es, mögliche Risiken zu erkennen, diese dem Narkosearzt mitzuteilen und noch vor dem Eingriff notwendige Korrekturen vorzunehmen (z.B. zu hoher Blutzucker, zu hoher Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, Schilddrüsenfunktionsstörungen etc.).
Sie brauchen ein "OP-Labor" (Termin 1, nüchtern).
Ferner benötigen sie ein EKG und eine Lungenfunktion (Termin 2, nicht nüchtern). Sollten sie zuvor wegen einer Lungenerkrankung bereits einen lungenärztlichen Fachbefund haben, entfällt die Lungenfunktion.
Gerne können Sie auch die erforderlichen Blutwerte beim Laborfacharzt abnehmen lassen und den Laborbefund mitbringen (dann entfällt Termin 1).
Weitere Untersuchungen (häufig: ULTRASCHALL DES HERZENS; BELASTUNGS-EKG; ULTRASCHALL DER HIRNVERSORGENDEN ARTERIEN) können je nach Art der Operation und je nach bestehenden Erkrankungen nötig sein.
Die Befunde sollte in der Regel nicht mehr als zwei Wochen vor der OP gemacht werden, ein paar Tage auf und ab spielen jedoch keine Rolle. Welche Befunde genau verlangt werden, steht in einem Merkblatt, das Sie von Ihrem Spital bei der Terminvereinbarung überreicht bekommen.
Eine Zuweisung zum Thoraxröntgen ist nur dann erforderlich, wenn Sie eine größere Operation vor sich haben und älter als 50 Jahre sind, oder wenn Sie an Krankheiten der Lunge leiden.

Bitte teilen Sie uns bei der Terminvereinbarung mit, dass Sie eine Op-Tauglichkeit brauchen, damit wir alle notwendigen Untersuchungen zeitlich koordinieren können.

Operations-FAQ (oft gestellte Fragen):

Was Sie noch beachten sollten:

Aspirinhaltige Medikamente (z.B. Thrombo-ASS und viele Schmerz- und Grippemittel) sollen mindestens eine Woche vor der geplanten Operation abgesetzt werden, da sie die Blutungsneigung bei Operationen verstärken können. Ausnahme: wenn Sie einen sogenannten "Drug Eluting Stent" (ein medikamentenimprägniertes Metallgeflecht zum Offenhalten der Herzkranzgefäße) erhalten haben, lassen Sie das Aspirin bitte NICHT weg!
Clopidogrel (PLAVIX) muss ebenfalls eine Woche vor Operationen pausiert werden; wenn Sie es allerdings wegen eines kurz zurückliegenden Gefäßeingriffes (etwa wegen eines Stents) nehmen müssen, sprechen Sie bitte vor dem Pausieren mit dem verschreibenden Arzt! Auch hier sind die "Drug Eluting Stents" (siehe oben) besonders im ersten halben Jahr stärker gefährdet - nur nach Rücksprache mit dem Internisten pausieren! Lieber eine nicht so dringende Operation verschieben als ein Risiko eingehen!
Auch scheinbar harmlose Naturheilmittel wie Ginseng, Knoblauch, Gingko können nach neueren Forschungsergebnissen die Blutungsneigung verstärken und sollen daher 1 Woche vor der Operation abgesetzt werden!
Wenn Sie mit den gerinnungshemmenden Substanzen Marcoumar oder Sintrom behandelt werden, sollen Sie rechtzeitig vor der geplanten Operation (10 Tage sind ausreichend) über eventuell notwendige Umstellungen sprechen.
Die meisten Spitäler raten dazu, die Antibabypille einen kompletten Zyklus lang vor der Operation abzusetzen, da eine erhöhte Neigung zu Thrombosen bestehen kann. Natürlich muss dann für eine sichere Empfängnisverhütung in dieser Zeit gesorgt sein.



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